Waldorfkindergarten Zehlendorf e.V.

Konzept4. Pädagogische Umsetzung der Bildungsbereiche des BB

Wir sind dem BBP verpflichtet. Im Folgenden beschreiben wir unsere spezifische Umsetzung der darin genannten Bildungsbereiche.

4.1. Unterstützung der gesunden körperlichen Entwicklung

Ein zentrales Anliegen der anthroposophischen Pädagogik ist die Sinnespflege. Mittels 12 Sinnen kann der Mensch die Welt und sich selber in dieser erfahren. In den ersten sieben Lebensjahren ist es für die Entwicklung des Menschen entscheidend die unteren Sinne, auch Basalsinne genannt, gut auszubilden. Dies sind der Lebenssinn, Tastsinn, Eigenbewegungssinn und Gleichgewichtssinn.

Der Lebenssinn umfasst all das was den Kindern ein wohliges Empfinden des `sich geborgen fühlens´ vermittelt.

Wir sind überzeugt davon, dass Kinder sich am besten in verlässlichen Bezügen und Bindungsverhältnissen entwickeln. Daher arbeiten wir ausschließlich Gruppen bezogen.

Ein rhythmischer und verlässlicher Tages-, Wochen- und Jahreslauf ist uns wichtig. Zu jeglichem Rhythmus gehört der Wechsel von aktiven Phasen und Ruhephasen. Die Verlässlichkeit im zeitlichen Ablauf vermittelt Sicherheit, es entsteht das Gefühl von Geborgenheit und dies schafft Vertrauen. Jegliches Lernen basiert auf Grundlage dieses Vertrauens.

Kinder brauchen die Bewegung an der frischen Luft, jede Gruppe ist täglich zur gleichen Zeit aktiv im Garten. Wir achten darauf, dass die Kinder dem Wetter entsprechend warm und bequem angezogen sind.

Unsere Gruppenräume sind wohnlich und spielanregend gestaltet. Die Einrichtungsgegenstände und Spielmaterialien sind möglichst aus Naturmaterialien gefertigt.

Wir achten auf eine gesunde, vollwertige Ernährung, essen gemeinsam in ruhiger Atmosphäre und pflegen Tischkultur. Für unsere kleinsten Kinder in den beiden Kleinkindgruppen kocht eine Köchin im Haus das vegetarische Mittagessen. Das vollwertige, vegetarische Essen für die größeren Kinder liefert uns die Schulküche einer Waldorfschule.

Wir achten auf eine gesunde, vollwertige Ernährung, essen gemeinsam in ruhiger Atmosphäre und pflegen Tischkultur. Für unsere kleinsten Kinder in den beiden Kleinkindgruppen kocht eine Köchin im Haus das vegetarische Mittagessen. Das vollwertige, vegetarische Essen für die größeren Kinder liefert uns die Schulküche einer Waldorfschule.

In diesen Bereich gehört auch das Thema Sexualerziehung. Kinder haben normaler Weise ein unbefangenes Verhältnis zu ihrem Körper. Es ist unser Anliegen, dass sie sich dieses erhalten. Die Neugier nach der Unterschiedlichkeit zwischen Jungen und Mädchen gehört dazu, entsprechende Fragen der Kinder danach und zur Sexualität beantworten wir unaufgeregt und direkt im jeweiligen Kontext. Zärtliche Begegnungen zwischen den Kindern dürfen sein solange dies beide wollen, dies gilt auch für die Doktorspiele. Die Kinder lernen Lust- und Unlustgefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Sie bleiben nicht sich selber überlassen, es ist immer eine Bezugsperson in der Nähe, die eventuelle Übergriffe verhindern könnte. Das sich entwickelnde Schamgefühl der Kinder wird geachtet und geschützt, so sind z.B. die Toiletten in den gemeinsam genutzten Räumen getrennt und mit Türen bzw. Vorhängen versehen.

Der Tastsinn wird angesprochen und gefördert, indem unsere Räume und der Garten die Kinder einladen sich in ihnen frei zu bewegen, erproben und zu entfalten. Die jeweils individuelle Ausstattung unserer Räume ermöglicht den Kindern vielfältige Tasterfahrungen, sowohl im grob- als auch im feinmotorischen Erleben. Auch unser Garten lädt durch seine Gestaltung zu mannigfaltigen Tasterlebnissen ein. Es sind uns natürliche Materialien, wie Holz, Wolle, Kork, Seide, Kastanien, Steine, Stoffe, Tannenzapfen etc. in ihrer Unterschiedlichkeit wichtig. Tasterlebnisse erfahren Kinder aber auch z.B. beim Einkuscheln in Decken, beim spielerischen Raufen, bei Fingerspielen, beim Haare bürsten.

Der Eigenbewegungssinn und der Gleichgewichtssinn erfahren ihre Förderung durch bewegungsfreudiges Freispiel drinnen und draußen. Dies durch entsprechende Spiel-, Kletter- und Balanciermöglichkeiten. Schaukeln und Wippen sind sehr wichtige Tätigkeiten um diese Sinne gut auszubilden, vor allem im Garten aber auch im Innenbereich bieten wir den Kindern die Möglichkeit dazu. Es seien hier besonders die `Hengstenberg-Geräte´ erwähnt, dies sind spezielle Leitern, Hocker, Balancierstangen Bretter etc. aus Holz, die uns zur Verfügung stehen. Diese können in verschiedener Weise, auch von den Kindern selber, kombiniert werden, dadurch entstehen kreative Bewegungsräume. Sie bieten eine natürliche Herausforderung für die Geschicklichkeit und die realistische Selbsteinschätzung der Kinder. Ebenso können die Kinder Fehler als hilfreich erfahren und lernen, dass ruhiges und konzentriertes Tun vieles zunächst Unerreichbares möglich macht. Teilweise stehen solche Geräte den Kindern in den Gruppenräumen zur Verfügung. In unserem großen Saal haben wir aber eine sehr große Ausstattung an `Hengstenberg-Geräten´ die dort jeweils zeitweise von den Gruppen genutzt werden.

4.2. Spiel

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist und er ist nur dort Mensch, wo er spielt. – Friedrich Schiller

Das freie Spiel ist der `Bildungsquell´ für unsere Kinder. Wir messen ihm daher die höchste Bedeutung zu. Beim spielerischen Umgang mit den Dingen der Umgebung, lernt das Kind die Welt kennen und erfährt deren Bedingungen. Großen Wert legen wir daher auf die Auswahl unserer Spielmaterialien. Wir wählen die Dinge um die Kinder herum so aus, dass sie variabel, den jeweiligen, altersgerechten Spielbedürfnissen entsprechend einsetzbar sind, dann sind sie interessant und wirken Spiel anregend. So werden für die Kinder in dem einen Moment zwei Baumstämme zu einem Ruderboot und die gleichen Baumstämme verwandeln sich einen Augenblick später in einen Eisladen.

Im gemeinschaftlichen Spiel z.B. dem Rollenspiel erfahren die Kinder sich als soziale Wesen, die in Verbindung mit anderen stehen. Soziale Fähigkeiten werden hier erprobt und gelernt.

Die Aufgabe für uns Pädagogen ist es, den zeitlichen Rahmen für das freie Spiel zu schaffen, aber auch für eine Spiel anregende Umgebung zu sorgen. Wir sind im direkten Umfeld der Kinder selber sinnvoll schaffend tätig, so können die Kinder in ihren eigenen `Schaffensprozess´ - das Spiel eintauchen. Durch unsere aufmerksame Anwesenheit nehmen wir eventuelle Konfliktsituationen von Kindern wahr und unterstützen, wenn nötig, die Kinder in der Konfliktlösung.

4.3. Kulturelles Leben

Unser gelebter kultureller Hintergrund ist eine offene, christliche Grundhaltung.

Das Feiern der christlichen Jahresfeste und auch der Geburtstagsfeste sind immer wieder kehrende Höhepunkte, auf die wir mit den Kindern in Vorfreude und mit den entsprechenden Vorbereitungen hin leben. Hierbei geht es nicht nur um die Äußerlichkeiten dieser Feste, wir bemühen uns um ein inneres Verstehen und Mitfühlen der jeweiligen Festeszeit, die ja immer auch an jahreszeitliche Bedingungen geknüpft sind. Jedes Jahresfest, sei es Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Johanni, Michaeli, das Martin und das Nikolaus Fest, ist zwar auf einen bestimmten Tag im Jahr festgelegt. Diese sind aber eingebettet in eine Vorbereitungszeit und eine Zeit des Nachklingens. Dies macht sich bei uns besonders in der Gestaltung der `Jahreszeitentische´ und in der Ausführung der jeweiligen Reigen deutlich.

Auf Elternabenden tauschen wir uns über diese Festeszeiten und deren Inhalte mit den Eltern aus.

Wir sind sehr offen für das Miterleben der Feste aus anderen Kulturen, wenn Familien der Kindergartengruppe dies mit uns teilen wollen.

In unserem Kindergarten legen wir großen Wert auf das Erleben von Tischkultur. So wird gemeinsam der Tisch gedeckt, ein Dankgebet gesprochen und gegessen, dies in einer ruhigen, gemütlichen Atmosphäre.

4.4. Erlernen sozialer Fähigkeiten

„Der Mensch wird am du zum ich.“ – Martin Buber

In diesem Zitat drückt sich aus: Soziales Lernen findet im Spannungsfeld von Individualität und Gemeinschaft statt.

Von besonderer Wichtigkeit ist es, ein Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse zu entwickeln. Erst wenn der Mensch in der Lage ist Empathie für sich zu empfinden, kann er dies auch anderen gegenüber. In dieser Überzeugung leben wir und bemühen uns daher sehr darum, eine Atmosphäre zu schaffen in der jede/r erleben darf: „Ich darf genauso sein wie ich bin und mich unterscheiden von den anderen.“ Dies schließt ausdrücklich Kinder mit Behinderungen ein.

Wir bemühen uns nach dem Leitsatz der Inklusion zu handeln: Nicht der behinderte Mensch muss sich anpassen, sondern wir müssen das Umfeld nach seinen Bedürfnissen gestalten.

Aus der erlebten Unterschiedlichkeit werden aber auch immer wieder Konflikte entstehen. Insofern beinhaltet Soziales Lernen auch das Erüben von Konfliktfähigkeit.

„Konfliktfähig zu sein, heißt, Konflikte früh zu erkennen, heißt, sich ausdrücken zu können, ohne zu eskalieren, heißt, rechtzeitig Hilfe zu holen. Konfliktfähig zu sein, bedeutet, etwas verändern zu können.“ – Friedrich Glasl

Auf dem Weg zur selbständigen Lösung solcher eventuellen Streitsituationen begleiten wir die Kinder achtsam. Hierbei ist uns eine Haltung wichtig, die nicht vorab bewertet. Wir helfen den Kindern in altersentsprechender Weise dabei, die jeweils verschiedenen Bedürfnisse und Interessen wahrzunehmen, damit dann gemeinsam Lösungen gefunden werden können.

Wir Erwachsene, als Vorbilder bemühen uns täglich um ein von gegenseitigem Respekt getragenes, offenes und `Konfliktlösung freudiges´ Miteinander.

4.5. Sprachentwicklung

Die Sprachentwicklung wird bei uns vielfältig gefördert, durch das tägliche Erzählen von Geschichten und Reimen. Auch das Aufführen von kleinen und größeren Puppentheaterspielen, welches die Kinder immer zur Nachahmung animiert, trägt zur Spracherziehung bei. Nicht zuletzt ist das Singen von Liedern fester Bestandteil in unserem Gruppenleben, so werden z.B. die Übergänge im Tageslauf durch Liedchen begleitet. Für die Sprachentwickelung sehr wichtig und wertvoll sind Spracherlebnisse, die mit motorischen Erfahrungen verknüpft sind. Daher bieten wir täglich Fingerspiele, Sprachspiele und unsere Reigen oder Eurhythmie an.

Die PädagogInnen bemühen sich, auch durch entsprechende Fortbildungen unterstützt, den Kindern ein gutes sprachliches Vorbild zu sein.

Für Kinder mit erkennbarem Förderbedarf empfehlen wir den Eltern externe Hilfe in Anspruch zu nehmen.

4.6. Eurythmie

Im Waldorfkindergarten möchten wir mit Hilfe der Eurythmie die Bewegungsentwicklung und die damit zusammenhängenden Fähigkeiten der Kinder anregen. Dabei ist die bewusst eingesetzte, rhythmisierte Sprache das Medium.

In der menschlichen Entwicklung ist das Sprechen und Denken eng verknüpft und kann durch Bewegung wesentlich unterstützt werden. Sprache ist als Klang, als Schwingung wahrnehmbar. Dies wird in der Eurythmie spielerisch in bildhafte Körperbewegungen umgesetzt, die Phantasie und Vorstellungskraft anregen. Eurythmie fasst diese Körperbewegungen als Metamorphose der Sprache auf.

Eine entsprechend ausgebildete Eurythmistin arbeitet mit jeder Kindergarten Gruppe einmal in der Woche. Im monatlichen Wechsel werden kleine Geschichten, die der kindlichen Erlebniswelt entsprechen, gespielt. Dabei wird an Koordination, Gleichgewicht und Raumorientierung geübt. Auch soziale Fähigkeiten werden geübt, indem die Eigen- und Fremdwahrnehmung sensibilisiert wird.

4.7. Musik und künstlerisches Gestalten in unserem Kindergarten

Jeder Mensch ist ein Künstler und musikalisch - erst recht jedes Kind!

Musik wirkt direkt auf das seelische Empfinden, weckt Emotionen und ermöglicht Verständigung über jegliche Sprachbarriere hinweg. Aus diesem Grund wird in unserem Alltag viel gesungen. Neben den jahreszeitlichen Liedern begleiten uns wiederkehrende Lieder durch den Tagesablauf. Überwiegend singen wir pentatonisch orientierte Lieder (Fünftonskala ohne Halbtöne), da deren klangliche und melodische Transparenz eine hüllende Stimmung erzeugt. In den Gruppenräumen stehen den Kindern einfache Musikinstrumente zur Verfügung.

Täglich haben wir eine Reigenzeit, in der zu Liedern, Reimen und rhythmisch gesprochenen Gedichten ein geführtes Bewegungsspiel stattfindet.

Einmal in der Woche hat jede Kindergarten Gruppe eine Musikstunde mit einer ausgebildeten Musikpädagogin.

Eine wichtige Bedeutung haben bei uns auch die bildnerischen und plastischen Betätigungen. Die Kinder können sich während der Freispielzeit im Gruppenraum jederzeit zum Malen zurückziehen.

Ein besonderes Angebot ist das Aquarellmalen. Hierbei erleben die Kinder, in kleinen Gruppen mit einer Erzieherin, die Farbqualitäten und Verbindungen der Grundfarben. Dies hat neben der künstlerischen Erfahrung eine seelisch harmonisierende Wirkung.

Außerdem plastizieren wir mit Bienenwachsknetmasse, werken mit Holz, weben, sticken und nähen mit den größeren Kindern. Jede künstlerische bzw. handwerkliche Tätigkeit fördert bei den Kindern, neben dem Erwerb motorischer Fertigkeiten, in besonderem Maße das Erleben ihrer Selbstwirksamkeit.

4.8. Mathematische und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen

In unserem großen Garten ist es den Kindern möglich, täglich in einer ausführlichen Freispielzeit die Veränderungen der Jahreszeiten intensiv mit zu erleben. So erfahren sie mit allen Sinnen im Winter – Eis und Schnee, im Frühling - das Erwachen der Natur, im Sommer dann – die Hitze mit den dazu gehörenden Wasserspielen und im Herbst - ausgiebige Spiele mit Matsch und Laub.

Wir bieten den Kindern ein vielfältiges Angebot an Spielmaterialien wie z. B. Holzbretter, Holzstämme, Leitern, Steine, Sand, Schaufeln, Eimer etc. an. Auch in den Gruppenräumen haben die Kinder durch das Angebot verschiedenster Materialien, wie Ständer, Bretter, Leitern, Bausteine, die Möglichkeit Statik und Hebelgesetze kennenzulernen.

Anhand unserer Spielutensilien, die in der Regel aus Naturmaterialien sind, können Kinder die Beschaffenheit unserer Welt kennenlernen.

Im ausdauernden Spiel und im intensiven Erleben der Jahreszeiten erfahren die kleinen Menschen sowohl physikalische, als auch naturwissenschaftliche Grundlagen.

Anhand des rhythmisch gestalteten Tages-, Wochen-, und Jahreslauf erleben die Kinder Zeitstrukturen.

Im Alltagsgeschehen und Spiel erfahren sie Mengen und Größen. Z.B. durch das Befüllen von großen und kleinen Behältern, das Austeilen einer bestimmten Anzahl von Rosinen, das Sortieren einer Knopfkiste, das Tisch decken.

All diese erworbenen Erfahrungen sind die Grundlage für ein späteres kognitives Verständnis von naturwissenschaftlichen und mathematischen Zusammenhängen.

4.9. Übergänge

Vom Elternhaus in die Kleinkindgruppe

Der Übergang vom Elternhaus in die Kleinkindgruppe bedeutet für die meisten Kinder den ersten Ablöseprozess aus der engen Eltern-Kind Beziehung. Dies stellt somit für das Kind und seine Eltern ganz neue Erfahrungen und Herausforderungen dar.

Um ein sicheres Vertrauensverhältnis zwischen ErzieherIn, Eltern und Kind aufzubauen und das Kind behutsam in seinen neuen Lebensraum einzuführen, begegnen wir dieser Phase mit größter Sorgfalt und Empathie. Gegenseitige Offenheit und Transparenz zwischen ErzieherIn und Eltern bilden dabei eine wichtige Voraussetzung.

Im individuellen Aufnahmegespräch und einem einführenden Elternabend tauschen sich die ErzieherInnen und Eltern aus über alles Wichtige aus, wie z.B. Gewohnheiten des Kindes, eventuelle Allergien und Gruppenspezifisches.

Um in der Phase der Eingewöhnung möglichst individuell auf jedes Kind eingehen zu können, versuchen wir das Ankommen der neuen Kinder zeitlich zu `staffeln´. So können das jeweilige Kind und seine Bezugsperson sich in Ruhe kennenlernen und verbindliche, menschliche Beziehungen angebahnt werden.

Die Eingewöhnung beginnen die Kinder gemeinsam mit einem Elternteil in der Gartenzeit. Sobald das Kind Vertrauen zu seiner Bezugsperson gewonnen hat, verabschieden sich die Eltern für eine kleine Zeitspanne. Hat es die Gewissheit erlangt, dass die Eltern immer wieder kommen, wird die Zeit ausgedehnt, bis schließlich ein ganzer Kindergartentag bewältigt werden kann. Die sensible Phase der Eingewöhnung gestalten die GruppenerzieherInnen in sehr enger Absprache und Zusammenarbeit mit den Eltern.

Vom Elternhaus in eine Kindergartengruppe (ab 3 Jahre)

Der Eintritt in den Kindergarten ist für dieses Kind ein großer und meistens der erste Schritt in die soziale Gemeinschaft. Behutsam möchten wir diesen Übergang gestalten.

Nachdem die Eltern den Kindergarten an einem `Abend mit Hausführung und Gesprächsrunde´ kennengelernt haben, erfolgen die Aufnahmen durch die GruppenerzieherInnen. Mit den entsprechenden Eltern führen sie Aufnahmegespräche.

Unter Berücksichtigung der bisherigen Entwicklung des Kindes und der individuellen Lebenssituation der Familie wird die Eingewöhnungszeit besprochen. Kontinuierliche Bezugspersonen und ein strukturierter Tagesablauf stützen das Kind in der Eingewöhnungsphase. Verbindliche Absprachen und ein regelmäßiger Austausch zwischen den Eltern und den Gruppenerzieherinnen begleiten diesen Übergang bis er zum Abschluss gekommen ist.

Von den „Kleinen“ zu den „Großen“

Unter Einbeziehung der Vorstellungen der Eltern wird im Kollegium der Wechsel der Kinder aus den Kleinkindgruppen in die jeweiligen Kindergartengruppen entschieden. Dies so rechtzeitig, dass die PädagogInnen der Kleinkindgruppen mit den jeweiligen Kindern zu Besuch in die neuen Gruppen gehen können. Dies schafft Vorfreude auf den Wechsel, der in der Regel nach der Sommerpause stattfindet. Beim ersten Elterngespräch mit den neuen Erzieherinnen ist möglichst die frühere Bezugserzieherin dabei, so dass auch hier ein bewusst gestalteter Übergang stattfindet.

In den Nachmittag

Die Kinder der Kleinkindgruppen mit einem Teilzeitplatz schlafen in eigenen Bettchen in ihren Gruppenräumen, danach werden sie von ihren Eltern abgeholt.

Die Kinder der Kindergartengruppen, die nicht nach dem Mittagessen abgeholt werden, schlafen oder ruhen je nach Alter. Sie werden in diesen sensiblen Abschnitt des Tages von einer Bezugsperson aus dem Vormittag in eine der vier Nachmittagsgruppen begleitet. Die Betreuung in den Nachmittagsgruppen endet je nach Betreuungsvertrag, spätestens um 16.15 Uhr. Die Abholzeiten können von den Eltern, je nach Betreuungsvertrag ab 14.30 Uhr variabel gestaltet werden. Unsere Erfahrung zeigt, dass es für die Kinder sinnvoll ist sie entweder direkt nach dem Ruhen um 14.30 Uhr abzuholen oder ab 15.30 Uhr, dies ermöglicht den Kindern u.a. eine verlässliche Spielzeit mit ihren Freunden.

In die Schule

Der Abschied aus unserem Kindergarten bedeutet für die Kinder den Übertritt in die Schule. Das Jahr davor ist für die Kinder eine besondere Zeit, sie sind bei uns die `Zugvögel´. In diesem Jahr erleben sich die Kinder als unsere Großen, dies wird durch Verschiedenes deutlich. So fertigen die `Zugvögel´ Handarbeiten und Werkstücke an, füllen über das Jahr ein Schulanfängerheft mit ihren gemalten Kunstwerken und übernehmen bestimmte Verantwortlichkeiten im Gruppenalltag. Ab der Osterzeit unternehmen die `Zugvögel´ wöchentlich einen Wandertag mit einer/m der GruppenerzieherInnen, meist begleitet von einem Elternteil.

Für die Eltern ist dieses Jahr oft von vielen Fragen begleitet, wie: Ist mein Kind schulreif? Welche Schule ist die richtige für mein Kind? … Dabei unterstützen die PädagogInnen die Eltern gerne durch gemeinsame Gespräche. Hierbei bringen sie ihre Wahrnehmung des jeweiligen Kindes ein, ihre Kenntnisse der Entwicklungsschritte im Vorschulalter und ihr Wissen über die Profile der umliegenden Schulen.

Übergänge der Integrationskinder

Wir bemühen uns diese Kinder besonders sorgsam zu begleiten. Dies wird durch gute Dokumentation, aber vor allem durch einen vertrauensvollen Kontakt der jeweiligen GruppenerzieherInnen beider Gruppen zu dem Kind und dessen Eltern gewährleistet.